Vor dem Spiel:
Da Felix Gebhardt ein Aufgebot für eine deutsche U-Nationalmannschaft bekommen hatte, spielte er an diesem Wochenende in der U21 des FCB, um Spielpraxis zu sammeln. Und so nahm Djordje Nikolic zum ersten Mal in dieser Saison in der Meisterschaft auf der Ersatzbank Platz. Und auch auf dem Platz kam es zu einer Meisterschafts-Premiere mit dem Starteinsatz von Joelson Fernandes. Taulant Xhaka, Liam Millar und Fedor Chalov, die in Marseille noch begonnen hatten, sassen nun auf der Bank. Neben Fernandes rückten für sie Wouter Burger und Adam Szalai in die Startelf vor. Servette hatte am vergangenen Sonntag beim 4:2-Sieg bei den Grasshoppers beinahe mit der identischen Aufstellung begonnen. Im Joggeli ersetzte nun aber Ronny Rodelin den verletzten Chris Bedia.
Die beiden Teams liefen für einmal zusammen in einer Reihe auf das Spielfeld und vor dem Anpfiff versammelten sie sich um den Mittelkreis. Grund dafür war eine von der Swiss Football League initiierte Spendenaktion für Notleidende in der Ukraine nach dem russichen Angriff auf sein Nachbarland, in der zu Spenden an UNICEF aufgerufen wurde
Die erste Halbzeit:
Servette hatte insbesondere in der ersten halben Stunde mehr vom Spiel und auch Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Nach knapp 29 Minuten schien es dann so, als könnte auch der FCB zu seinem ersten gefährlichen Abschluss kommen. Dan Ndoye wurde auf dem Weg zum Tor, allerdings von Moussa Diallo zu Fall gebracht, worauf dieser wiederum von Alain Bieri die rote Karte sah. Beim nachfolgenden Freistoss und dem Kopfball von Adam Szalai kam dann erstmals so etwas wie Gefahr vor dem Tor der Genfer auf. Aber auch in Überzahl gelang es Rotblau nicht seinen Gegner unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen. Und so ging die erste Halbzeit torlos zu Ende.
Die zweite Halbzeit:
Je länger das Spiel nun dauerte, desto mehr war die rotblaue Überzahl dem Spielgeschehen anzumerken. Der FCB war nun dominanter und erspielte sich endlich auch Szenen im gegnerischen Strafraum, von denen auch Gefahr ausging. Jérémy Frick musste zweimal retten, einmal auch Ronny Rodelin auf der Linie, als der Schlussmann der Gäste bereits geschlagen war und Matías Palacios verfehlte das Ziel mit einem Weitschuss nur knapp.
Und so stand es in der 69. Minute noch 0:0, als die Genfer einen Ball im Strafraum nur bis zum kurz zuvor eingewechselten Liam Chipperfield klären konnte und dieser mit einer Direktabnahme das 1:0 für Rotblau erzielte. Rund zehneinhalb Jahre nach dem letzten Pflichtspieltor seines Vaters Scott reihte sich somit mit Liam wieder ein Chipperfield in die Torschützenliste des FCB ein.
Servette gab nicht auf und der FCB hatte in der Folge auch noch heikle Szenen zu überstehen, aber er wackelte nicht und ganz zum Ende durfte er gar noch das 2:0 bejubeln, das alle Zweifel zerstreute, wer den Platz als Sieger verlasen würde. Nach einer Flanke Tomás Tavares‘ scheiterte Adam Szalai noch mit seinem Kopfball an Frick, vollendete dann aber im Nachschuss zum 2:0.
Nach dem Spiel:
Die Geduld der knapp 20‘000 Zuschauenden wurde zwar auf die Probe gestellt, letzten Endes war es aber ein beinahe perfekter Frühabend, den der FCB seinen Fans bot. Da war die Geschichte mit Chipperfield, der kurz nach seiner Einwechslung das erlösende 1:0 erzielt und die Punktverluste der Konkurrenz. Rotblau ist nun wieder auf dem zweiten Platz der Super League anzutreffen, konnte die Young Boys um zwei Zähler distanzieren und den Rückstand auf den FCZ auf 12 Zähler verringern. Ob das noch entscheidend sein wird, steht zwar in den Sternen, Balsam auf die rotblaue Seele war diese Partie gegen Servette aber allemal und auch ein Genuss für Nostalgiker – dafür sorgte eben Liam Chipperfield.