Social Alliance
FCSA baut ihr Engagement im Norden Ugandas weiter aus
Mi, 10.06.2026
Am 19. Mai 2026 startete in Uganda die neue Young Coach-Ausbildung der Football Club Social Alliance (FCSA). 48 junge Erwachsene, die meisten von ihnen Geflüchtete aus dem Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo, erlernten im ersten Modul die Grundlagen des Kinderfussballs und haben damit den ersten Schritt ihrer mehrmonatigen Ausbildung absolviert. Ziel ist es, Kindern in ihren Communities durch Sport sichere und inklusive Räume zu bieten, in denen sie sich ganzheitlich weiterentwickeln können.
Die neue Ausgabe der Young Coach-Ausbildung in Uganda baut auf den Erfolgen des Vorjahres auf: Ein Grossteil der in 2025 ausgebildeten Young Coaches ist weiterhin aktiv und bietet gemeinsam mit ihren Peers regelmässige Sportaktivitäten für über 4'200 Kinder und Jugendliche an. Trotz ihres unglaublichen Engagements übersteigt der lokale Bedarf aber die vorhandenen Kapazitäten: Von den rund zwei Millionen Geflüchteten im Land sind nämlich über die Hälfte Kinder. Ihre Familien flohen vor den Konflikten im Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo und finden nun dank der liberalen Flüchtlingspolitik Ugandas Schutz im Nachbarland.
Besonders seit den starken Kürzungen an Hilfsgeldern seit Anfang 2025 fehlt es jedoch vielerorts an Programmen, die Kindern Schutz, Stabilität und psychosoziale Unterstützung bieten – sei es in einem strukturierten oder informellen Umfeld. Mit der Ausweitung der Young Coach-Ausbildung der FCSA auf zwei weitere Flüchtlingssiedlungen, Bidibidi und Lobule, wird genau diesem Bedarf gezielt begegnet.
Erfolgreiche Durchführung des ersten Moduls
Basierend auf diesen Umständen war vom 19.-24. Mai 2026 das erste Modul in Arua geplant, für welches die FCSA-Instruktor:innen Willy Schmid (FC Basel 1893), Nick Heine (SV Werder Bremen), Peter Hofer (FK Austria Wien) und Greta Meyer (1. FSV Mainz 05) nach Uganda reisten.
Zeitgleich zur Anreise rief die Weltgesundheitsorganisation jedoch einen Gesundheitsnotstand aufgrund eines Ebola-Ausbruchs in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo aus. Unter Einbezug des Gesundheitsministeriums Ugandas sowie lokaler Partner konnte das Modul dennoch mit gezielten Sicherheits- und Gesundheitsmassnahmen erfolgreich durchgeführt werden.
So schulten die FCSA-Isntruktor:innen gemeinsam mit Scort und UNHCR 48 neue Young Coaches in den Grundlagen des Trainer:innen-Daseins. Neben der Vermittlung sportlicher Inhalte stand im ersten Modul insbesondere auch das Thema Kinderschutz im Zentrum. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Rolle der Young Coaches als Vertrauenspersonen für Kinder: In einem Umfeld, in dem bestehende Schutzstrukturen oft überlastet sind, lernen sie, über den Sport Vertrauen aufzubauen und so Risiken frühzeitig zu erkennen und diese zu minimieren. Gleichzeitig werden sie darin geschult, über das Spiel Themen wie Gleichberechtigung, friedliches Zusammenleben oder den Umgang mit Konflikten aufzugreifen. Durch Bildungsspiele verbinden sie Bewegung mit Lernen und schaffen Räume, in denen Kinder nicht nur spielen, sondern auch wichtige Lebenskompetenzen entwickeln können.
In den kommenden Monaten werden die Young Coaches das Gelernte nun mit Kindern in ihren Communities anwenden und ihr Wissen in einem hybriden zweiten Modul vertiefen. Ein drittes und abschliessendes Modul in Arua wird die Ausbildung voraussichtlich im August 2026 abrunden.
Die Young Coach-Ausbildung in Uganda wird von den FCSA-Clubs und der Scort Foundation in enger Zusammenarbeit mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk und den lokalen community-based Organisationen «Afri-Youth Network», «Youth Focus on Transforming Communities» und «Community Engagement for Life Transformation» durchgeführt.
Das sagen die Beteiligten:
Willy Schmid, Instruktor FC Basel 1893:
«Die Entwicklung der Young Coaches zu sehen war schön. Wir hatten Momente, in denen sich natürlich die Fussballer herauskristallisiert haben, aber wir hatten auch viele Momente, in denen sich die Personen herausgezeichnet haben, für die eher das Soziale im Vordergrund steht – und das war die klare Mehrzahl. Für mich gibt es heutzutage keinen Fussballtrainer und keine Fussballtrainerin mehr, der oder die sich nicht mit sozialen Themen wie Kinderschutz auseinandersetzen muss – und da rede ich von der Spitze bis zum Breiten- und Kinderfussball. Und da waren unsere Young Coaches also wirklich gut.»
Shekeena, Young Coach:
«In meiner Community nehmen Mädchen nicht so häufig an sportlichen Aktivitäten teil wie Jungen. Wenn ich zurückkehre, ist es mein Hauptziel, sicherzustellen, dass auch Mädchen in sportliche Aktivitäten einbezogen werden, damit sie denselben Zugang zur Entwicklung sportlicher und sozialer Kompetenzen erhalten und so Empowerment und Gleichberechtigung gefördert werden.»
Anguyo Henry, Young Coach:
«In dieser Woche habe ich die Rolle eines Coaches kennengelernt. Bis jetzt war ich in meiner Community einfach eine Führungsperson, aber kein Coach. Durch die Ausbildung habe ich erkannt, dass ich Kinder und andere Menschen dabei begleiten kann, ebenfalls Führungspersönlichkeiten zu werden und Professionalität in dem zu entwickeln, was sie tun.»
Paul Kenya, Head of Sub-Office Yumbe, UNHCR Uganda:
«Die Young Coach-Ausbildung ist eng auf die gemeinschaftsbasierten Schutzsysteme des UNHCR, bei denen die Communities selbst Verantwortung für ihre Aktivitäten übernehmen und als Frühwarnsystem fungieren, abgestimmt. Die Young Coaches werden zu Vertrauenspersonen, an die Kinder sich mit ihren Problemen wenden können. Durch die Sportaktivitäten sind die Kinder beschäftigt, gewinnen an Selbstvertrauen, und durch die Einbeziehung von Geflüchteten sowie der Aufnahmegemeinschaft wird ausserdem ein friedliches Zusammenleben gefördert. Es ist eine Win-win-Situation für UNHCR, die Communities und insbesondere für die teilnehmenden Kinder.»
Shamilla Ondoa, Afri-Youth Network (lokaler Implementierungspartner):
«Die Young Coaches werden dazu beitragen, die Community durch den Sport zusammenzubringen und Einheit sowie Freundschaft zu schaffen. Als Führungspersonen werden sie Vertrauenspersonen für die Kinder sein, denen sie sich öffnen und mit denen sie über Probleme sprechen können, die sie zu Hause haben.»
Mariah Goretty Catherine, Youth Focus on Transforming Communities (lokaler Implementierungspartner):
«Das Projekt schliesst entscheidende Lücken im Angebot sportlicher Aktivitäten für Kinder und Jugendliche. Die Young Coach-Ausbildung trägt dazu bei, lokale Kapazitäten aufzubauen und sicherzustellen, dass die Massnahmen von den Teilnehmenden in unseren Communities selbst getragen werden. Die Young Coaches werden in der Lage sein, die Aktivitäten auch über die Projektlaufzeit hinaus fortzuführen, da das Wissen nachhaltig vermittelt wird.»
James Lupayi, Community Engagement for Life Transformation (lokaler Implementierungspartner):
«Die Young Coach-Ausbildung dreht sich nicht nur um Fussball. Die Teilnehmenden erwerben zwar fussballspezifische Fähigkeiten, aber sie lernen auch mehr über soziales Wohlbefinden und wie sie lokale Führungspersönlichkeiten werden. Die Aktivitäten der Young Coaches werden den Kindern in den Dörfern einen sicheren Raum zum Spielen bieten, in dem sie geschützt sind und nach der Schule sinnvoll beschäftigt werden. Die Teilnahme an diesen Aktivitäten wird die psychische Gesundheit der Kinder stärken und ihr Selbstvertrauen fördern.»